Blasenentzündung – Häufiger Harndrang

Frauen leiden häufiger als Männer unter einer Blasenentzündung. Oft sind Bakterien die Ursache.
Frauen leiden häufiger als Männer unter einer Blasenentzündung. Oft sind Bakterien die Ursache.

Die Blasenentzündung, in der Medizin Zystitis genannt, gehört zu den häufigsten Formen der Harnwegsinfekte. Auslöser für eine Blasenentzündung können sowohl Bakterien und Viren als auch physische oder chemische Reizungen sein. In vielen Fällen verursachen Darmbakterien eine Blaseninfektion.

Frauen sind häufiger als Männer betroffen
Besonders häufig sind Frauen und Kinder von Blasenentzündungen betroffen, die Erkrankungswahrscheinlichkeit für Männer steigt hingegen mit zunehmendem Lebensalter und bei Vergrößerung der Prostata. An einer Blasenentzündung erkranken jedes Jahr durchschnittlich sieben Millionen Menschen in Deutschland. Bei weiblichen Patienten nimmt die Infektion nicht selten einen chronischen Verlauf.

Grund: Die Harnröhre der Frauen ist kürzer
Aus diesem Grund liegt das höhere Erkrankungsrisiko bei Frauen, da die weibliche Harnröhre kürzer ist und näher am Darmausgang liegt, wodurch die Darmbakterien schneller in die Harnblase gelangen können.

Die Blasenentzündung ist eine aufsteigende Infektion, das heißt, sie beginnt zunächst in der Harnröhre und steigt schließlich in die Harnblase auf. Die Schleimhäute und das Muskelgewebe der Harnblase entzünden sich daraufhin und es kommt zu brennenden Schmerzen.

Weiterführende Informationen

Nicht immer sind Bakterien die Ursache
Neben der bakteriellen Blasenentzündung gibt es jedoch auch andere Formen. Eine seltene Erkrankungsform ist beispielsweise die Strahlenzystitis, eine Entzündung der Harnblase, die in dieser Form ausschließlich Krebspatienten betrifft, die sich einer Bestrahlung unterziehen müssen.

Darüber hinaus können Blasenentzündungen auch durch andere Erreger wie Staphylokokken oder gar Viren entstehen.

Männer erkranken häufig bei Prostatavergrößerung
Eine gutartig vergrößerte Prostata drückt dabei gegen die Harnröhre und verhindert den Abfluss des Urins. Der Resturin begünstigt Harnwegsinfekte, die durchaus chronisch verlaufen können.

Weitere Informationen unter Formen und Ursachen einer Blasenentzündung.

Symptome einer Blasenentzündung

Folgende typische Symptome deuten auf eine Blasenentzündung hindeuten:

  • häufigerer Harndrang
  • Harnlassen kann von mäßigen bis starken Schmerzen begleitet sein
  • Brennen im Unterleib sowie im Verlauf der Harnröhre
  • oft auch permanenter Harndrang mit nur geringem Urinabgang

Weitere, wenn auch seltenere Symptome sind:

  • Blasenkrämpfe
  • unkontrollierter Urinverlust im Sinne einer Inkontinenz
  • Blut im Urin
  • bei stark infektiösen Blasenentzündungen ist auch eine Dunkelfärbung oder Trübung des Urins möglich
  • mitunter auch sehr beißend riechen

Eine akute Zystitis kann darüber hinaus von Druckschmerzen begleitet sein, die in den Rücken und in das Becken ausstrahlen. Bei einer sich ausbreitenden Infektion, die in das Nierenbecken übergeht, kommt es außerdem zu grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Schüttelfrost und allgemeiner Abgeschlagenheit. Chronische Blasenentzündungen verlaufen hingegen in vielen Fällen nahezu symptomlos.

Detaillierte Informationen unter Symptome einer Blasenentzündung.

Behandlung einer Blasenentzündung

Eine Blasenentzündung muss in erster Linie ursächlich behandelt werden. Eine symptomatische Mitbehandlung ist immer dann sinnvoll, wenn starke Schmerzen oder Begleiterscheinungen wie Fieber auftreten.

Bakterielle Blasenentzündung wird mit Antibiotikum behandelt
Die klassische, durch Kolibakterien hervorgerufene Zystitis, aber auch andere bakterielle Formen, werden heute grundsätzlich antibiotisch behandelt. Die Antibiotikatherapie richtet sich dabei entweder nach dem Erreger, sofern dieser bestimmt wurde, oder aber sie wird ohne Resistenztest durchgeführt. Mit sogenannten Breitbandantibiotika lassen sich beispielsweise mehrere Erreger gleichzeitig bekämpfen.

Einfache Blasenentzündungen erfordern dabei häufig nur eine Einmaldosis eines Antibiotikums, welches Sie entweder in Form einer Tablette oder als wasserlösliches Pulver einnehmen können. Schwerere Krankheitsverläufe werden, wie andere Infekte auch, über eine Dauer von mehreren Tagen behandelt.

Bei virusbedingter Blasenentzündung können nur Symptome behandelt werden
Virusbedingte Krankheitsformen können hingegen nur symptomatisch behandelt werden, da Viren resistent gegen eine Antibiose sind.

Wärme wird bei einer Blasenentzündung oft als wohltuend empfunden.
Wärme wird bei einer Blasenentzündung oft als wohltuend empfunden.

Auch chronische Verläufe und Erkrankungen ohne Keimnachweis werden symptomatisch behandelt, etwa in Form harntreibender Tees, homöopathischer Medikamente, leichter Schmerzmittel, Fiebersenker oder entzündungshemmender Medikamente. Auch Wärmflaschen oder Wärmekissen können die Behandlung einer Blasenentzündung erfolgreich beeinflussen.

Erfolgreiche Behandlung nach wenigen Tagen
Unter der entsprechenden Therapie heilt eine Blasenentzündung in der Regel innerhalb weniger Tage komplikationslos aus.

Weitere Informationen zur Behandlung einer Blasenentzündung.

Nieren und Blasenentzündung

Nieren- oder Nierenbeckentzündung als unangenehme Folge
Obwohl eine Blasenentzündung meist keine Komplikationen verursacht, kann eine Nierenentzündung oder Nierenbeckenentzündung die Folge einer Zystitis sein. Wird die Blasenentzündung nicht frühzeitig erkannt und behandelt, kann sie über die Harnleiter zu den Nieren aufsteigen. Auch hier sind Frauen anatomisch bedingt zwei- bis dreimal so häufig betroffen wie Männer.

Eine Nierenbeckenentzündung äußert sich in der Regel wie folgt:

  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Abgeschlagenheit
  • Druck- und Klopfschmerz im Bereich der Flanken (eine Seite ist in der Regel stärker betroffen)

Schwere Krankheitsverläufe können außerdem mit

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Schwindel
  • unspezifischen Schmerzen im Mittel- und Oberbauch

einhergehen. Hier besteht die größte Verwechslungsgefahr mit anderen Krankheitsbildern.

Zwar ist die Nierenbeckenentzündung eine unangenehme Folge der Zystitis, dennoch sind die Nieren während einer akuten Infektion in ihrer Leistung nicht eingeschränkt. Eine Nieren- oder Nierenbeckenentzündung erfordert eine sofortige medizinische Behandlung in Form einer Antibiotikatherapie, um nicht in einen chronischen Verlauf überzugehen.

Unbehandelt können sich in den Nieren Eiterherde und Abszesse bilden, die chirurgisch entfernt werden müssen und die Nieren langfristig vernarben. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit lässt sich eine Nierenbeckenentzündung infolge einer Zystitis jedoch umgehen, wenn Sie bei den ersten Anzeichen einer Blaseninfektion Ihren Hausarzt aufsuchen und die Nierenfunktion mit einer erhöhten Flüssigkeitszufuhr unterstützen.