Behandlung und Vorbeugung einer Blasenentzündung

Eine akute Blasenentzündung wird in erster Linie medikamentös mit einem Antibiotikum behandelt. Darüber hinaus gibt es jedoch auch noch weitere Behandlungsmethoden, die unterstützend (alternative Heilmethoden) oder vorbeugend angewendet werden können.

 

Medikamentöse Behandlung

Antibiotikum zur bakteriellen Bekämpfung

Die medikamentöse Behandlung der Blasenentzündung stützt sich in erster Linie auf die Bekämpfung der verursachenden Bakterien. In seltenen Fällen, vor allem bei Kindern oder bei stark schmerzhaften Blasenentzündungen, verordnet der Arzt zusätzlich Medikamente, die die Symptome lindern, so zum Beispiel Schmerzmittel oder Fiebersenker. Auch können ausschwemmende Medikamente, also sogenannte Diuretika, sinnvoll eingesetzt werden.

Bei der Therapie einer Blasenentzündung kommen häufig Breitbandantibiotika zum Einsatz. Diese sind gegen ein breites Spektrum an Bakterien wirksam.
Bei der Therapie einer Blasenentzündung kommen häufig Breitbandantibiotika zum Einsatz. Diese sind gegen ein breites Spektrum an Bakterien wirksam.

Häufig werden Breitbandantibiotika eingesetzt
Im Rahmen der antibiotischen Behandlung, die bei den meisten Patienten Anwendung findet, verordnet der behandelnde Arzt ein Breitbandantibiotikum, welches gegen ein breites Spektrum an Bakterien wirksam ist. Oftmals kann die Zystitis bereits nach einer einmaligen Einnahme ausheilen. Schwere Krankheitsverläufe erfordern hingegen eine Einnahme über drei bis fünf Tage.

Häufig verordnete Wirkstoffe
Besondere Bedeutung in der Behandlung der Zystitis hat der Wirkstoff Trimethoprim, ein Antibiotikum, das unter verschiedenen Handelsnamen erhältlich ist. Art und Dauer der Einnahme richten sich dabei nach dem individuellen Beschwerdebild. Lediglich bei chronischen Blasenentzündungen ist nicht immer ein Antibiotikum angezeigt, da sich die zu häufige Einnahme eines solches Mittels destruktiv auf die Immunabwehr auswirken kann. Ein zu oft eingenommenes Antibiotikum baut also im Körper Resistenzen auf, es verliert dadurch an Wirksamkeit.

Zu weiteren, häufiger eingesetzten Wirkstoffen zählen Cotrimazol (Kombination aus den Wirkstoffen Trimethoprim und Sulfamethoxazol), Ciprofloxacin sowie Ofloxacin.

Behandlung mit pflanzlichen Präparaten

Zur Antibiotika-Behandlung können zusätzlich bestimmte pflanzliche Präparate (Phytopharmaka) eingesetzt werden. Diese besitzen bakterien- und virenabtötende Eigenschaften und unterstützen den Heilungsprozess, indem sie die Harnwege desinfizieren. Auch, wenn es bislang nur wenige Studien über die Wirksamkeit der Mittel gibt, so hat sich jedoch durch jahrelange und praktische Erfahrung Wissen angesammelt. Bewährt haben sich die folgenden Arzneipflanzen:

  • Goldrutenkraut
  • Bärentraubenblätter
  • Kapuzinerkressekraut
  • Schachtelhalmkraut
  • Birkenblätter
  • Kombination aus Tausendgüldenkraut, Liebstöckelwurzel und Rosmarinblättern (erhältlich als Canephron N)

Birkenblätter und Goldruten kommen dann zum Einsatz, wenn die Zystitis bereits ausgebrochen ist. Die medizinisch wirksamen Bestandteile lindern krampfartige und brennende Schmerzen des Urogenitaltraktes, wirken harntreibend und ausschwemmend, lindern Entzündungen und Fieber, regen die Regenerierung des Gewebes an und wirken sogar nachweislich antibakteriell.

Pflanzliche Präparate finden zunehmend Anklang bei chronisch Erkrankten, aber auch bei jungen Leuten, die der synthetischen Medizin den Rücken kehren. In vielen Fällen kann die Naturmedizin die Schulmedizin gänzlich ersetzen.

Behandlung mit alternativen Heilmethoden

Alternative Heilmethoden wie Schüssler Salze oder auch die Homöopathie können lindernd und unterstützend auf verschiedene Krankheitsbilder einwirken und schonen dabei den Körper und das Immunsystem. In einigen Fällen kann die alternative Behandlung gute Erfolge erzielen, so dass eine medizinische Therapie nicht mehr notwendig ist.

Schwere Blasenentzündungen vermag die Naturmedizin zwar oftmals nicht allein zu heilen, jedoch sind unterstützende Einnahmen von Globuli oder Schüssler Salzen längst keine Seltenheit mehr.

Schüssler Salze bei einer Blasenentzündung

Schüssler Salze können den Verlauf einer Blasenentzündung positiv unterstützen.
Schüssler Salze können den Verlauf einer Blasenentzündung positiv unterstützen.

Schüssler Salze sind Mineralsalzpräparate, die ihre Anwendung in der alternativen Medizin finden. In homöopathischer Dosierung wirken sie positiv auf den Mineralhaushalt der Körperzellen ein und helfen bei der Regenerierung und Genesung.

Im Rahmen einer Zystitis finden bis zu acht verschiedene Schüssler Salze Anwendung, die in erster Linie den Eisen-, Kalium- und Natriumhaushalt des Körpers wieder ins Gleichgewicht bringen. Hierzu gehören:

  • Schüssler Salz Nr. 3 Ferrum phosphoricum
  • Schüssler Salz Nr. 4 Kalium chloratum
  • Schüssler Salz Nr. 9 Natrium phosphoricum
  • Schüssler Salz Nr. 10 Natrium sulfuricum
  • Schüssler Salz Nr. 11 Silicea
  • Schüssler Salz Nr. 12 Calcium sulfuricum

In Kombination unterstützen sie die Erneuerung entzündlichen Bindegewebes, die Immunabwehr, die Funktion der Schleimhäute und Nerven, den Stoffwechsel und die Ausscheidung. Vor allem bei der Behandlung chronischer Blasenentzündungen, die teils schon antibiotikaresistent sind, werden diese Schüssler Salze erfolgreich eingesetzt. Anders als ein Antibiotikum erfordern die Salze eine regelmäßige Langzeiteinnahme, um ihre volle Wirksamkeit entfalten zu können.

Homöopathie bei Zystitis

Auch homöopathische Mittel können ergänzend bei einer Zystitis eingesetzt werden.
Auch homöopathische Mittel können ergänzend bei einer Zystitis eingesetzt werden.

Globuli sind kleine Streukügelchen aus Rohrzucker, sie dienen als Trägersubstanz für verschiedene homöopathische Arzneimittel. Die Homöopathie nach Hahnemann existiert bereits seit 1796 und basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das heißt, in der Homöopathie wird Ähnliches mit Ähnlichem behandelt.

Demnach behandelt die Homöopathie verschiedene Symptome mit Substanzen, die eben diese Symptome auch auslösen können. Bei Erkrankungen der ableitenden Harnwege könne unterstützend folgende homöopatischen Präparate eingesetzt werden:

  • Kalium chloratum
  • Apis mellifica
  • Staphisagria
  • Nux vomica
  • Equisetum hiemale
  • Chimaphila umbellata
  • Cantharis vesicatoria
  • Acidum benzoicum

Bei den genannten Mittel handelt es sich nur um die geläufigste Auswahl. In der Alternativmedizin verordnen Naturheilkundler und Homöopathen ihren Patienten keine pauschalen Mittel, denn speziell die Homöopathie orientiert sich nicht nur an den Symptomen und Beschwerden, sondern darüber hinaus auch an der persönlichen Lebenssituation des Betroffenen. Die Homöopathie nimmt also an, dass Erkrankungen nur ganzheitlich, unter Berücksichtigung des Geistes und der Psyche, geheilt werden können.

Die hier aufgeführten homöopathischen Mittel können sich in der richtigen Potenzierung positiv auf Entzündungsherde im Körper, auf die Erneuerung der Schleimhaut, auf Schwellungen, Schmerzen sowie Reizblasen und Nierensteine aus.

Behandlung mit Hausmitteln

Wasserlassen so oft es geht
Auch Hausmittel können den Verlauf einer Blasenentzündung begünstigen. Schon einfachste Maßnahmen wie eine überhöhte Flüssigkeitszufuhr können häufig helfen. Da die häufigste Ursache der Blasenentzündung das Colibakterium ist, ist die regelmäßige Spülung der Blase der hilfreichste Tipp, um die Erreger wieder loszuwerden. Häufiges Wasserlassen ist demnach förderlich, das Unterdrücken des Harndrangs sollte also trotz eventueller Schmerzen unterlassen werden.

Die Blase reizende Getränke meiden
Während der Zystitis gilt es außerdem, auf süße Säfte, Citrussäfte, Alkohol und Koffein zu verzichten, da diese Getränke die Harnblase zusätzlich reizen.

Wärme wirkt wohltuend bei einer Blasenentzündung.
Wärme wirkt wohltuend bei einer Blasenentzündung.

Wärme hilft
Weiterhin helfen Wärmflaschen und Wärmekissen, die Schmerzen während einer Zystitis zu bekämpfen. Auch warme Sitzbäder ohne Badezusätze lindern die Schmerzen und lösen eventuelle Blasenkrämpfe.

Jedoch lässt sich eine akute Blasenentzündung meist nicht allein durch diese Hausmittel behandeln, sie wirken sich lediglich positiv und unterstützend auf den Verlauf der Erkrankung aus.

Welcher Tee eignet sich bei einer Blasenentzündung am besten?

Arzneitee aus der Apotheke
Zur unterstützenden Behandlung akuter Blasenentzündungen eignet sich Tee besonders gut, doch Tee ist nicht gleich Tee. Empfohlen werden Arzneittees. Bei diesen handelt es sich im Vergleich zu den ‘herkömmlichen’ Tees um pflanzliche Arzneimittel mit pharmakologisch nachgewiesener Wirksamkeit. Deren Rezeptur wurde durch das Bundesinstitut für Arneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen.

Arzneitee aus Birke und Goldrute
Bei Blasenentzündungen bewährt hat sich die Arzneipflanzen-Kombination aus Birkenblättern und Goldrutenkraut in Blasen- und Nierentees. Dieser begünstigt den Heilungsprozess einer Blasenentzündung und besitzt folgende Eigenschaften:

  • Erreger aus dem Körper spülen
  • harntreibend
  • entzündungshemmend
  • schmerzlindernd

Um eine gute Wirksamkeit zu erzielen, sollten bei einer bestehenden Blasenentzündung etwa 3-5 Tassen täglich getrunken werden. Bei einer Antibiotika-Behandlung kann Arzneitee zusätzlich getrunken werden.

Verschleppte Blasenentzündung – was passiert bei Nichtbehandlung?

Vorsicht vor chronischer Blasenentzündung
Auch eine nicht behandelte Blasenentzündung, beispielsweise eine durch einen Virus ausgelöste Zystitis, kann wieder abklingen und ohne Spätfolgen bleiben. Schlimmstenfalls aber entwickelt sich aus einer untherapierten Zystitis ein chronischer Verlauf, der dem Betroffenen immer wiederkehrende Entzündungsschübe verursacht.

Nierenbeckenentzündung als schmerzhafte Folge
Darüber hinaus kann eine unbehandelte Blasenentzündung den Harnkanal aufsteigen und sich im Nierenbecken und schlimmstenfalls sogar in den Nieren manifestieren. In diesem Fall spricht man von einer Nierenbeckenentzündung, die nicht nur äußerst schmerzhaft, sondern auch kompliziert sein kann.

Zwar heilen auch verschleppte Blasenentzündungen unter der richtigen Behandlung wieder restlos aus, dennoch bleibt das Risiko, die Nieren dauerhaft zu schädigen. Eine Folge der aufgestiegenen, an die Nieren gegangenen Zystitis ist beispielsweise der Nierenabszess, der ausschließlich operativ entfernt werden kann. Um solche Folgen zu vermeiden, ist es wichtig, die beginnende Blasenentzündung sofort entsprechend behandeln zu lassen.

Wie kann ich einer Blasenentzündung vorbeugen?

Der Cranberry wird ein positiver Einfluss auf eine Blasenentzündung nachgesagt und sie kann vorbeugend eingesetzt werden.
Der Cranberry wird ein positiver Einfluss auf eine Blasenentzündung nachgesagt und sie kann vorbeugend eingesetzt werden.

Es gibt zahlreiche präventive Maßnahmen, die einer Blasenentzündung vorbeugen können. Dabei empfiehlt sich als allgemeine Präventionsmßnahmen Folgendes:

  • Art und richtiges Maß der Anal- und Intimhygiene
  • gründliches Händewaschen vor und nach Toilettengängen
  • gute Hygiene bei geschlechtlichen Kontakten
  • regelmäßiges Wechseln enganliegender Unterwäsche
  • Warmhalten des Beckens und der Nierenregion
  • regelmäßiges Wasserlassen (nicht zwanghaft Harndrang zurückhalten)
  • tägliche Aufnahme von mindestens zwei bis drei Litern Flüssigkeit

Cranberry-Präparate sind harntreibend

Auch Preisbeersaft wird eine vorbeugende Wirkung bei Zystitis nachgesagt.
Auch Preisbeersaft wird eine vorbeugende Wirkung bei Zystitis nachgesagt.

Cranberries sind in Form von Tropfen, Tees oder Dragees erhältlich und werden in erster Linie als präventives Mittel angewendet, welches eine Blasenentzündung angeblich positiv beeinflussen kann. Verantwortlich hierfür ist der Saft der roten Beeren, der entzündungshemmend und harntreibend wirken soll. Jedoch gehen die Meinungen bei der Frage, ob denn die Cranberry wirklich erfolgreich eine Blasenentzündung vorbeugt, auseinander. Grund hierfür sind nicht ausreichend belegte Studien über die Wirksamkeit.

Preiselbeersaft sorgt für sauren pH-Wert

Auch ein Glas Preiselbeersaft pro Tag kann wohl einer Zystitis vorbeugen. Die darin enthaltenen Fruchtsäuren säuern den Urin an und halten ihn auf einem sauren PH-Wert, Bakterien fühlen sich hier nicht wohl und können sich unter diesen Bedingungen nur schwer vermehren.

Darüber hinaus ist Preiselbeersaft ein beliebtes Mittel, das nachweislich vor wiederkehrenden Harnblasenentzündungen schützen kann.