Symptome einer Blasenentzündung

Eine Blasenentzündung kann mit unterschiedlichen Symptomen einhergehen und in einigen Fällen sogar gänzlich beschwerdefrei bleiben. Diese sogenannten versteckten Entzündungen sind entsprechend schwerer zu diagnostizieren. Oftmals verlaufen beispielsweise chronische Entzündungsschübe beschwerdefrei, wohingegen die akute Blasenentzündung deutliche Symptome verursacht.

Typische Symptome einer Blasenentzündung auf einen Blick

Üblicherweise äußern sich die ersten Symptome einer Blasenentzündung sehr schnell nach der Infektion, meist schon am Folgetag.

Erhöhter Harndrang

Die Zystitis äußert sich in den meisten Fällen zunächst über einen deutlich erhöhten Harndrang. Betroffene stellen jedoch beim Versuch des Wasserlassens oft fest, dass die Blase nicht oder nicht vollständig entleert werden kann. Dieser Harnverhalt kann ein erstes deutliches Zeichen für eine Blasenentzündung sein.

Schmerzen beim Wasserlassen

Typischerweise treten im Rahmen der Zystitis außerdem stechende bis brennende Schmerzen beim Wasserlassen auf, die sich sowohl im Bereich der Harnblase als auch im Bereich der Harnröhre lokalisieren lassen.

Blasenkrampf und Unterleibsschmerzen

Ein typisches Symptom einer Blasenentzündung sind neben verstärktem Harndrang oft auch Unterleibsschmerzen.
Ein typisches Symptom einer Blasenentzündung sind neben verstärktem Harndrang oft auch Unterleibsschmerzen.

Fortschreitende und unbehandelte Blasenentzündungen können sich zudem durch Blasenkrämpfe äußern. Betroffene verspüren außerdem häufig Schmerzen im gesamten Unterleib, die bis in den unteren Rücken ausstrahlen können.

In einigen Fällen kommt es darüber hinaus anstelle des Harnverhaltes zu einem unkontrollierten Urinverlust, also einer vorübergehenden Inkontinenz.

Zusätzliche Symptome bei aufsteigender Blasenentzündung

Bei einer aufsteigenden Blasenentzündung, also einer nahenden Nierenbeckenentzündung, bekommen die Betroffenen zusätzlich hohes Fieber, Schüttelfrost und Flankenschmerzen.

Blut im Urin – ein Warnsignal

Weitere Symptome können Blutausscheidungen im Urin sein, aber auch trübe, bräunliche Verfärbungen und ein stechender Uringeruch.

Blut im Urin allein ist noch kein sicherer Hinweis auf einen Harnwegsinfekt. Hämaturie, wie Blut im Urin in der Medizin genannt wird, ist ein Symptom bei unterschiedlichsten Erkrankungen. Nicht selten kann auch bei körperlicher Überlastung Blut im Urin auftreten, und auch die Menstruationsblutung kann fälschlicherweise für eine Urinblutung gehalten werden. Erst in Kombination mit anderen typischen Symptomen wie etwa Schmerzen beim Wasserlassen oder gar Fieber kann auf einen Harnwegsinfekt geschlossen werden.

Bei Blut im Urin zum Arzt, um Ursache abzuklären

Die akute Blasenentzündung kann mit Blut im Urin einhergehen. Sollten Sie dies feststellen, ist der Gang zum Arzt in jedem Fall angezeigt, denn hier gilt es, sämtliche Ursachen abzuklären. Folgende Ursachen können für vorhandenes Blut im Urin in Frage kommen:

  • Blasen-, Harnröhren- oder Nierenbeckenentzündungen
  • Blasen- oder Nierensteine

Grundsätzlich weist stark blutiger Urin aber zumeist auf eine Nierenbeckenentzündung hin, die sich aus einer verschleppten Blasenentzündung entwickelt hat. Dabei neigen die entzündeten und gereizten Schleimhäute des Nierenbeckens und der Blase zum Aufreißen, Blut tritt aus, läuft über die Harnleiter in die Blase und wird zusammen mit dem Urin über die Harnröhre ausgeschieden.

Über Urinteststreifen kann der Arzt auch kleinste Mengen Blut im Urin ausmachen, die das bloße Auge nicht erkennt. Erst, wenn das Blut im Urin sichtbar wird und zu deutlichen Rotverfärbungen führt, spricht man von einer schweren Entzündung der Blase und des Nierenbeckens. Während eine sehr leichte, vorübergehende Blutung ein klassisches Symptom der Blasenentzündung darstellt, muss bei anhaltenden Blutungen zwingend ein Arzt aufgesucht werden. Das Risiko einer Nierenbecken- oder gar Nierenentzündung ist dann sehr hoch.

Unspezifische Symptome einer Blasenentzündung

Allgemeines Unwohlsein und unspezifische Symptome wie Übelkeit und Erbrechen können ebenfalls bei einer Blasenentzündung auftreten.
Allgemeines Unwohlsein und unspezifische Symptome wie Übelkeit und Erbrechen können ebenfalls bei einer Blasenentzündung auftreten.

Eine Blasenentzündung kann sich darüber hinaus durch eine Reihe übergreifender Symptome äußern, die einzeln nicht ausschließlich einer Zystitis zugeschrieben werden können. Neben dem Blut im Urin, der auch bei anderen Erkrankungen oder körperlicher Überlastung auftreten kann, sind das vor allem

  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • krampfartige Schmerzen
  • allgemeine Abgeschlagenheit
  • Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • unspezifische Schmerzen im Mittel- und Oberbauch

Jedes dieser Symptome kann für sich allein auch Bestandteil einer anderen Erkrankung sein, jedoch treten sie gehäuft im Zusammenhang mit einer Blasenentzündung auf. Vor allem Fieber und Schüttelfrost sind dabei häufige Begleiterscheinungen bei entzündlichen Vorgängen im Körper, so dass im Zweifel erst weitere Beschwerden wie Unterleibsschmerzen und ständiger Harndrang Hinweise auf die Diagnose Blasenentzündung geben können.

Wenn Sie also übergreifende Symptome bei sich feststellen, sollten Sie darauf achten, ob auch typische Beschwerden dazu kommen, die an eine Zystitis denken lassen. Selbstverständlich empfiehlt sich auch beim Auftreten dieser unspezifischen Symptome das Konsultieren eines Arztes.

Wann muss ich mit einer Blasenentzündung zum Arzt?

Eine akute Zystitis erfordert in vielen Fällen eine medizinische Behandlung. Geht das Wasserlassen mit Schmerzen oder Brennen einher, wird der Urin nur stoßweise oder nicht vollständig abgesetzt und kommt es darüber hinaus noch zu Schmerzen im Unterleib, muss in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden.

Da frühzeitig erkannte und behandelte Blasenentzündungen unter der richtigen Therapie sehr schnell abklingen, ist also ein zeitnaher Arztbesuch empfehlenswert. Unbehandelt kann sich aus einer einfachen Harnblaseninfektion eine Nierenbeckenentzündung entwickeln.